Rosenstein war wichtige Siedlung

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Lange war nicht klar: Welche Funktion hatten die Gräben und Walle am Berg Rosenstein bei Heubach (Ostalbkreis) und die "Teufelsmauer" auf dem Mittelberg bei Lautern. Jetzt wissen Archäologen mehr.

Bei den beiden Grabungskampagnen des Landesamts für Denkamalpflege haben sie ein modernes Hilfsmittel genutzt. Es heißt "Airborne Laserscanning". Dabei sendet ein Sportflugzeug mit einem Spezialinstrument Lichtimpulse zum Boden. Aus den Reflexionen dieses Lichtimpulses wurde ein 3D-Modell der Gegend um den Rosenstein erstellt.

Die Archäologen um Grabungsleiter Christian Bollacher konnten mit diesem Modell nun erkennen, dass man zu keltischer Zeit von einem dieser Befestigungswalle alle anderen sehen konnte. Das habe wahrscheinlich der Sicherheit und der Kommunikation gedient.

 

Metallverarbeitung am Rosenstein

Neben modernen Hilfsmitteln haben die Archäologen aber auch ganz profan mit Spaten gegraben. Dabei fanden sie unter anderem Fibeln aus Metall, Spangen, die wie Sicherheitsnadeln aussehen und die die Menschen in vorgeschichtlicher Zeit wie Knöpfe benutzt haben. Diese Fibeln wurden nach Angaben der Archäologen wahrscheinlich auch am Rosenstein geschmiedet.

Und noch was Interessantes haben die Archäologen entdeckt: Scherben von Gefäßen, in denen die Menschen in vorgeschichtlicher Zeit Salz transportiert haben. Das zeigt, dass die Bewohner dieser Befestigungsanlagen rege Handelsbeziehungen hatten. Denn das Salz wurde bei Heilbronn abgebaut.

 

Grabungen gehen weiter

Aus diesen Funden können die Archäologen jetzt ableiten, dass in der Gegend um den Rosenstein und die Teufelsmauer am Mittelberg um 400 vor Christus Kelten gelebt haben. Kelten, die von der Alb aus später Richtung Italien gezogen sind. Es muss eine ziemlich bedeutende Siedlung gewesen sein, meint Grabungsleiter Christian Bollacher. Bisher wusste man von der Bedeutung dieser Wälle und Befestigungen so gut wie nichts. Und wer weiß, was die Archäologen noch alles herausfinden. Denn die Grabungen gehen weiter, diesmal an einer Befestigungslinie beim Rosenstein selbst.

 

Quelle: SWR 20.7.18