Felsen in Sontheimer Höhle werden gesichert

Die Sicherung der Eingangshalle zur Sontheimer Höhle ist in vollem Gange. Ende August wird mit einem Grillfest die Wiedereröffnung gefeiert.

Da, wo sonst nur das Zwitschern der Vögel und das Rauschen in den Bäumen zu hören ist und höchstens ein paar Personengruppen die friedliche Stille trüben, hallen lautes Motorengeräusch und das Hämmern von Meißeln gegen Fels durch den Wald. An der Sontheimer Höhle sind die Sicherungsarbeiten in vollem Gange.

Manfred Hirning, bis vor Kurzem Vorsitzender des Höhlenvereins, ist überzeugt: Die Arbeiten sind notwendig, aber sie rechtfertigen nicht eine Sperrung der Höhle für mehrere Monate. Daniel Christner, Bauleiter der Firma „Felssicherung Siegfried Simon“ (FSS) bestärkt ihn in seiner Meinung: ,„Die Felsensicherung war notwendig, aber Menschen waren zu keiner Zeit gefährdet.“ Der Fachmann muss es wissen, denn erst auf Basis des Sanierungsplans seines Arbeitgebers, der Firma FSS, haben die Behörden das Okay für die Felsensicherung am Höhleneingang gegeben.

Die Höhle für Besucher seit dem Frühjahr zu schließen, wäre demnach nicht wirklich nötig gewesen, eine Woche Schließung für die Sicherungsarbeiten hätte genügt, meint Hirning und sein Nachfolger Hans Kastner stimmt ihm zu. Beide atmen auf: Endlich kann ein Knopf an die Geschichte gemacht werden, die sich in ihren Augen schon so lange hinzieht. Auslöser war eine fälschliche Mitteilung an die Kontrollbehörde, es seien Menschen gefährdet (wir berichteten). Die Höhle wird voraussichtlich Ende August wieder geöffnet. Hirning hatte die Sicherungsarbeiten in den Händen: von der Beauftragung bis hin zur Genehmigung durch die Behörden und schlussendlich der Ausführung.

Fast täglich war er mit der Höhlensicherung befasst: Absprachen und Koordinieren mit den zuständigen Behörden Bergamt und Naturschutz, der ausführenden Fachfirma und dem Unternehmen, das den notwendigen Hebekran für die Arbeiten vermietet. Das sei zeit- und nervenraubend gewesen, sagt er. „Der Chef des Baumaschinenverleihs hat sich extra die Örtlichkeit angeschaut, damit er auch den richtigen Hebekran bringt“, berichtet Manfred Hirning.

Am Montag wurde dieser Kran dann aufgebaut. Die zwei Fachleute von FSS waren an diesem Tag derweil über dem Höhleneingang tätig: Sie haben, angeseilt wie Felsenkletterer, mit Einhandkettensägen größere Sträucher und losen Grund entfernt, damit die Wurzeln keinen so großen Druck mehr auf den Fels ausüben. Wurzeln und Erde sollten allerdings erhalten bleiben, schließlich ist das vom Naturschutz gesetzte Ziel, dass der Hang wieder grün wird. Seit gestern sind die beiden im Innern dieser weiten Felsenöffnung am Höhleneingang aktiv.

Meter für Meter arbeiten sie sich mit Presslufthammern rund 20 Meter in die Öffnung hinein: in den Teil, wo der Fels aufgrund von Sprengungen durch gefrorenes Wasser beginnt zu verwittern und sich zu lösen. Der größte Teil der zu behandelnden Fläche ist die Felsendecke. Das bedeutet für die zwei Männer, sie müssen über Kopf arbeiten. Eine körperlich anstrengende Tätigkeit, die sie zwingt, sich abzuwechseln. Zudem gehen sie mit großer Sorgfalt zu Werke, denn nur lockeres Gestein darf abgelöst werden, der Mutterfels soll unbeschädigt bleiben. Ab nächster Woche räumen sie den Schutt weg, der sich bis dahin auf dem Höhlenboden angesammelt hat. Dann kann die Höhle für Besucher wieder geöffnet werden. Der Verein will das mit einem Grillfest feiern. „Für alle, die kurzfristig und solidarisch mitgewirkt haben“, sagt Hans Kastner. Dagegen musste die traditionelle „Batnight“, die bundesweit am 27. August stattfindet, abgesagt werden.

Für die Sicherungsarbeit liegt dem Höhlenverein ein Preisangebot von 19 500 Euro vor. Doch die Verwitterung ist weniger tief in den Fels vorgedrungen als vermutet und damit ist der Schaden nicht ganz so groß, sagt Christner. So dürfte auch die Rechnung deutlich niedriger ausfallen, als angenommen. Zudem hat der Verein einen Zuschuss bei der Gemeinde Heroldstatt beantragt. Die Gemeinde ist Eigentümerin der Höhle.

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