Römische Siedlungsreste im Horb – Neuhausen/Fildern

Der Gebäudekomplex liegt auf einem nach Norden mäßig fallenden Hang, dessen Boden tiefgreifend aus Lehm besteht. Es wurden hier mit Sicherheit zwei Gebäude festgestellt, die nur wenige Meter auseinanderliegen. Das eine war mit einer dichten Schonung bedeckt, so dass noch nicht mal seine Ausdehnung festgestellt werden konnte, doch schien es den gleichen Umfang zu haben wie das südöstlich anschließende, das ausgegraben wurde. 40m östlich dieses Gebäude fließt ein kleiner Bach, eher ein tief eingeschnittenes Rinnsal, von S nach N. Auch in seinem Bereich kamen einige wenige römische Funde zu Tage.

Die Gebäude im Wald "Horb" liegen 100m NO Pkt. 384,5 auf der Parzelle 6481/1 zwischen dem Horbsträßle und dem Feldweg 92/1 (Fundbericht Schwaben 1967).

Das aufgedeckte Gebäude maß 13,65x11,50m im Quadrat und war aus Lettenkohlensandstein errichtet, vereinzelt fanden sich auch Werksteine aus Stubensandstein. Es ist in zwei Räume unterteilt, in einem größeren , im rückwärtigen(südlichen) Teil gelegenen Hauptraum und in eine Schmalrechteckige, im Norden quer vorgelagerte Eingangshalle, deren westliche Hälfte unterkellert war. Der Zugang zum Keller erfolgte vom Hauptraum aus.

Alle Mauern sind in der üblichen römischen Technik des verblendeten Gußmauerwerkes hochgezogen worden.

 

 

Über den Zweck des römischen Gebäudes im Wald Horb ist man sich nicht ganz sicher. Aufgrund seiner reichhaltigen Ausstattung und architektonischen Ausgestaltung war es wohl kein Wirtschaftsgebäude, wahrscheinlich auch kein Wohnhaus, sondern es wird eher kultischen Zwecken gedient haben. Weitere ver- streute Siedlungsreste im Süden der Gemarkung ergeben das Bild einer lockeren Bebauung mit landwirtschaftlichen Zweckbauten und Wohngebäuden.

1955 wurde in der Südwest-Ecke der Lehmgrube am Egelsee ein mit verzahnten Brettern verschalter und mit Holzkeilen verkeilter Brunnen mit einem Durchmesser von 1,2 Metern freigelegt. Nur 100 Meter entfernt fanden sich Gefäßscherben, darunter glatte Sigillata.

Auf römische Siedlungsspuren ist man außerdem in den Fluren Weiherwiesen, Oberes Tal, Plätzleswald, Steighau und in der Brunnenstube im „Neuhauser Tal“ gestoßen. Mit Ausnahme der am Westrand von Neuhausen gelegenen Flur Weiherwiesen befinden sich alle anderen Fundorte im Süden der Gemarkung.