Burgruine Hohenwittlingen

Hohenwittlingen

Lage:

Zwischen Bad Urach und Seeburg erstreckt sich das obere Ermstal. Auf halbem Wege kennzeichnet ein mächtiger Felsklotz die Einmündung des Föhrentales. an seinem äußersten Ende liegt die Burgruine Hohenwittlingen.

Anfahrt:

Durch die Ortschaft Wittlingen den Schildern folgen bis zu einem Wanderparkplatz. Von dort ca. 15 min zu Fuß den Wanderwegschildern folgen.

Anlage:

Die Burgruine Hohenwittlingen zeigt den idealen Typus einer Schildmauerburg in Spornlage. Am Mauerwerk sind drei Bauphasen abzulesen:

  • Kleinquader aus der Gründungszeit, vemutlich Anfang 12. Jhd.
  • Buckelquader um 1200
  • verputztes Bruchsteinmauerwerk nach 1250

Zwei Gräben, ein Vorgraben sowie ein 9m breiter und bis 14m tiefer Halsgraben, schützen die Burg. Das verbleibende 100m lange und 24m breite Gelände gliedert sich in Hauptburg (70m) und Vorburg (30m).

Der Zugang führt an der östlichen Bergflanke zunächst eben, dann Rampenartig zwischen Hauptburg und Vorburg um die Nordseite zur Westseite. Am Aufgang befand sich bei dem Rest eines runden Turmes das Burgtor.

Es folgt auf der unteren Ebene die Palasruine, der Hauptbau der Burg. außer den Resten der Umfassungsmauer des unteren Geschosses sind auf der Südseite noch 6 Stufen und die untere Hälfte eines 132cm langen Portals erhalten. Nach links führt ein schmaler Weg zwischen Fels und Palas über in den Fels gehauene Stufen zum 7m höher liegenden oberen Burghof. Zur Ostseite hin begrenzt die 180cm starke Umfassungsmauer. Teile entstammen der ersten Burganlage. Auf der Außenseite der 7-8m hohen Wand Kleinquaderverblendung und eingemauerte Buckelquaderschichten. Den südlichen Abschluss zur inneren Burg bildete das wichtigste verteidigungstechnische Bauwerk, die in großen Teilen noch vorhandene Schildmauer. Ihr vorgelagert befindet sich ein Zwinger mit den Resten eines Gebäudes. Ob hier bei einer ersten Burg ein Zugang war streiten sich die Gelehrten. Die Stärke der Schildmauer ist beachtlich. Im Zwingerbereich 5,30m, an der Oberkante 4,50m.

Die Aussichtspaltform auf der Schildmauer wurde in den 60iger Jahren gebaut.

Geschichte:

Die Burgruine Hohenwittlingen gehört mit dem Hohenurach zu den frühen Höhenburgen der Umgebung und zu den Schutzburgen an der wichtigen Reichsstrasse durch das Ermstal.

Im 11.Jhd werden die Herren von Wittlingen genannt. Nicht geklärt ist ob diese Angaben sich auf den Hohenwittlingen oder die Ortschaft beziehen. Die Entstehung der Burg kann in der ersten Hälfte des 12.Jhd. oder früher angenommen werden.

1090 Burkhard von Wittlingen, Sohn des Berthold von Lechsgmünd.

1248 Bischof Eberhard von Konstanz erhält die Burg

1251 Graf Ulrich von Württemberg kauft die Burg

1254 Graf Ulrich tauscht die halbe Burg gegen die Hälfte der Burg Urach mit Graf von Fürstenberg.

1286 Graf Eberhard von Württemberg überlässt dem König die Burg als Pfand.

1298 Rückgabe der Burg

1311 die Burg hält im Reichskrieg der Belagerung stand.

1548 Reformator Johannes Brenz im Asyl auf der Burg

1560-1617 wurden die "Wiedertäufer" auf Grund ihrer Glaubenseinstellung auf dem Hohenwittlingen gefangen gehalten

1576 Hohenwittlingen brennt aus - Wiederaufbau und Einrichtung eines Gefängnisses für "Wilderer und Bösewichter"

1648 Die Garnison wird abgezogen, Hohenwittlingen zerfällt langsam.

1781 In den Fußböden von zwei Räumen werden Skelette entdeckt

1953-63 Instandsetzung der Ruine

weitere Sehenswürdigkeiten:

  • Schillerhöhle
  • Steffesloch (allerdings Betretungsverbot)

Quellen:

  • Günter Schmitt - Burgenführer Schwäbische Alb - Band 4. Mit freundlicher Genehmigung der Biberacher Verlagsdruckerei.
  • Internet